Unsere Schulungsarbeit

Das Anatomisches, Histologisches und Embryologisches Institut unterrichtet Heute alle drei in dem Namen vorkommende Disziplinen, während sich zwischen 1930 und 1967 die Mitarbeiter des Institutes nur mit dem Unterricht der  Anatomie beschäftigten. Wir halten es für eine wichtige Frage, dass der makroskopische und mikroskopische Aufbau des menschlichen Körpers und seine Entwicklung gleichzeitig, unter Betonung der Zusammenhänge unterrichtet wird. Die Heimischen und Internationalen Traditionen beachten oder beachteten die wichtigkeit dieser Zusammenhänge nicht immer, also befassen sich in den jeweiligen Instituten oft andere Lehrer mit Anatomie, und andere mit Histiologie und Ontogenese. Das Lehrprogram diese Institutes - welches das Erbe der großen ungarischen Anatomen József Lenhossék, Mihály Lenhossék, Géza Mihálkovics, Ferenc Kiss und János Szentágothai als das seine anerkennt - verfolgt im Großen und Ganzen die klassische und systematische anatomische Reihenfolge und Gruppierung der einzelnen Lehrfächer und Kapitel.

So befassen wir uns während des vier Semestrigen Curriculums:

Neben der Beibehaltung der klassischen Einteilung hat sich während der letzten Jahrzente der Inhalt unseres Unterrichtes bedeutend verändert. Beim unterricht des Bewegungsapparates haben wir mit der traditionelen Aufarbeitung gebrochen, und im Interesse des aufrecht erhaltens der Aufmerksamkeit der Studenten, sowie der stärkeren betonung praktischer Aspekte verfolgen wir die systematische anatomische Beschreibung größerer Gebiete.

Beim Unterricht der Zahnmedizin-Studenten spielt der Schädel und die MundhöhlePraktische Unterricht - Prof. Réthelyi eine wichtige Rolle, des weiteren wird die Anatomie und der Aufbau der Zähne ausführlich behandelt. Das Institut für Anatomie, Histiologie und Ontogenese unterrichtet z. Z. 59 Studententgruppen aus 8 Jahrgängen, etwa 700-800 Studenten (die erste hälfte des I. und II. Jahrganges der Medizinischen Fakultät, alle Studenten der Zahnmedizinischen Fakultät, die englisch- und deutschschprachigen Studenten). Das bedeutet, das wir in den I. Semestern der Schuljahre in einer gesammtlänge von 360 Stunden Vorträge halten, und in den II. Semestern 270 Stunden. Ich denke die Belastung hierdurch muss ich nicht weiter beschreiben.

Der praktische Unterricht der 59 Gruppen ist nur so Organisierbar, das sich die jüngeren Lehrer zweier ungarischen und einer fremdsprachigen Gruppe annehmen, während die Älteren die Praktika einer ungarischen und einer Fremdsprachigen leiten. Etwa 8-9 Gruppen werden von Demonstratoren, also von wohlvorbereiteten Studenten älterer Jahrgänge praktisch unterrichtet. Zur Zeit verfügen wir über 22 Diplom-Lehrer. Beim unterricht der Anatomie halten wir die Ärztliche Anschauung als eine grundlegende Vorraussetzung, deshalb bestanden wir bislang erfolgreich darauf, nur Mediziner und Zahnmediziner zu beschäftigen. Des weiteren helfen beim Unterricht zwei Pansionierte Professoren.

Das Abfragen des Lehrstoffes geschieht mit kleinen Änderungen unseren Traditionen entsprechend.

Das Anatomie-Rigorosum hat an Anatomie-Rigorosumunserem Institut große Tradition. Währen der Jahrzehnte änderte es sich viel, bis in den sechzigern von Professor Szentágothai ihre heutige Form eingeführt wurde. Die mehrheit der Rigorosa wird im Höhrsaal abgehalten, wo wir den traditionelen Rahmen, eine gewisse Feierlichkeit und die Öffentlichkeit sichern können. Für die eingeschriebenen Studenten dient die öffentlichkeit einem doppelten Ziel, einerseits der Sicherung der Reinheit der Prüfung, und andererseits des Abbaus der Ängste und Hämmungen. Schließlich handelt es sich hierbei um eine der größten und schwierigsten Prüfungen der Medizin-Studien, die gerne Mistifiziert wird. Die durchschnittlich 10-15 Studenten pro Tag werden von einem Auschuss von 3-4 Professoren und Dozenten geprüft. Mir jedem Studenten befassen sich drei Prüfer: einer unterzieht ihn der makroskopischen Demonstration und der Dissektionsaufgabe, ein zweiter der histiologischen Schnittdemonstration, und ein dritter der mündlichen Prüfung.

Während des Rigorosums bekommen die Studenten auch eine Dissektionsaufgabe zugeteilt. Beim mikroskop und der mündlichen Prüfung wird eine Vorbereitungszeit gesichert. Bei der mündlichen Prüfung ziehen die Studenten einen Satz bestehend aus je 6 fragen. Die Satzliste wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Studenten erhalten für alle Phasen der Prüfung Zensuren, zu der Auswärtung bzw. zur Feststellung der Rigorosumszensur kommt es am Ende des Prüfungstages. Die Lehrkräfte nehmen an allen Phasen des Rigorosums Teil. Die Prüfung läuft Drehbühnenartig ab, die Reihenfolge der Phasen ist jedoch gebunden. Wenn eine Zensur "Ungenügend" gegeben werden muß, endet die Prüfung. Die Prüfung kann nach 10 Tagen vorbereitung wiederholt werden. Diese aus unserer Prüfungsordnung resultierende Möglichkeit kann sowohl vorteilhaft als auch nachteilhaft sein, da kleinere Mängel leicht zu ergänzen sind, während größere zu serienmäßigen Mißerfolgen und dem Verlust von Selbstvertrauen führen können, und dass der Student für weitere Prüfungen keine Zeit mehr hat. Bei der ersten Prüfung fällen etwa 20-25% der Studenten durch, aber nur 5-10% der Studenten muß das Semester wiederholen. Ein bedeutender Teil dieser Studenten fällt auch aus mehreren Fächern durch. Den letztlichen Rigorosaldurchschnitt von 3,0-3,2 halten wir für akzeptabel.

Fortsetzung

(Quelle: dr. Ferenc Hajdu: "Die Schulungsarbeit unseres Institutes" - Institutsjahrbuch)